1. FC Köln im Grüngürtel halten

April 27, 2016

Ich bin für die Pläne des 1. FC Köln im Grüngürtel. Die Trainingsanlagen des 1. FC Köln sind nicht mehr adäquat für den professionellen Trainingsbetrieb, v.a. des Nachwuchses. Um den 1. FC Köln in unserer Stadt zu halten und weitere Entwicklungsmöglichkeiten zu geben, muss die Möglichkeit zur Erweiterung gegeben werden. Diese Entwicklung sollte aber m.E. folgende Bedingungen erfüllen: 1. Keine städtischen Gelder dürfen dafür aufgewandt werden, 2. Eingriffe in die Natur müssen vermieden werden, 3. Der öffentliche Charakter des Grüngürtels und der Anlagen darin muss erhalten bleiben.

 

Herzlich bedanke ich mich auch bei Herrn Skorzenski von der BI Grüngürtel für Alle, der mir in einem persönlichen Gespräch einige wichtige Hinweise geben konnte. Die CDU-Fraktion hat sich mit allen Kritikpunkten umfassend beschäftigt und diese genauer betrachtet:

 

Denkmalschutz:

 

Der gesamte Äußere Grüngürtel steht unter Denkmalschutz. Somit betrifft die gesamte Planung den denkmalgeschützten Äußeren Grüngürtel. Stadtkonservator Dr. Werner hat die derzeitige Planung als denkmalverträglich - auch abgeleitet aus historischen Planungsvorstellungen – beurteilt. Damit gibt es keine Beeinträchtigung des Denkmals Äußerer Grüngürtel. Gleichwohl müssen Aspekte wie Verkehr, Gebäudeplanung des Leistungszentrum sowie die Planung der Fußballfelder und untergeordneter Gebäude weiter qualifiziert werden, damit das Denkmal Äußerer Grüngürtel gesichert bleibt. Hintergrund zu den historischen Planvorstellungen: Eine vorgesehene Nutzungsform der Erholungsflächen war neben dem Naturerlebnis von Anfang an auch die sportliche Betätigung. Der Grüngürtel ist die Heimat des FC, aber auch vieler anderer Sportvereine, von den Schützen, über Tennis- und Hockeyclubs bis hin zu anderen Fußballvereinen. Auf der vorgesehen Fläche waren schon Ende der 20er Jahre richtige Sportanlagen vorgesehen (die Initiatoren des Äußeren Grüngürtels, Konrad Adenauer und Stadtplaner Fritz Schuhmacher, haben ausdrücklich auch Sportanlagen dort vorgesehen.) An diesen Planungsansatz soll angeknüpft werden.

 

Landschaftsschutzgebiet:

 

Das Areal des gesamten Äußeren Grüngürtels steht unter Landschaftsschutz. Nach § 29 Absatz 4 des Landschaftsgesetzes Nordrhein Westfalen treten bei der Aufstellung, Änderung und Ergänzung eines Flächennutzungsplans im Geltungsbereich eines Landschaftsplans widersprechende Darstellungen und Festsetzungen des Landschaftsplans mit dem In-Kraft-Treten des entsprechenden Bebauungsplans oder einer Satzung nach § 34 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 des Baugesetzbuches außer Kraft, soweit der Träger der Landschaftsplanung im Beteiligungsverfahren diesem Flächennutzungsplan nicht widersprochen hat. Da in diesem Fall der Träger der Landschaftsplanung deckungsgleich mit dem Amt für Grünflächen und Landschaftspflege ist, die den Masterplan Grün mitentwickelt und -getragen haben, steht die derzeitige Planung in Übereinstimmung mit dem Masterplan Grün. Ein Eingriff in den Landschaftsschutz wird formal nicht vorgenommen. Die allenfalls begründete Beeinträchtigung des Landschaftsbildes wird gesichert reduziert, indem auf der nachgeordneten Ebene der Bauleitplanung Verpflichtungen zur Errichtung sich gestalterisch einfügender baulicher Anlagen übernommen werden. Der RheinEnergieSportpark soll auch in den kommenden Jahren ein attraktives Ausflugsziel innerhalb des äußeren Grüngürtels für die Bürger der Stadt Köln bleiben. Mit seinem angestrebten Ausbau soll die Attraktivität erhöht werden.

 

Als Standort für die Trainingsplätze ist ein Bereich mit Wiesenflächen nördlich des Franz-Kremer-Stadions vorgesehen. Die Errichtung der Trainingsplätze kann in diesem Bereich erfolgen, ohne dass ein Baum abgängig wäre.

 

öffentliches Interesse:

 

Das Argument ist so nicht korrekt, da die Interessen des 1. FC Köln zwar Berücksichtigung finden, die Öffentlichkeit jedoch in vielerlei Hinsicht profitiert. Die – komplett durch den 1. FC Köln finanzierten Anlagen – sind größtenteils auch für die Öffentlichkeit nutzbar. Somit entsteht eine WinWin-Situation, die privatwirtschaftliche und öffentliche Interessen berücksichtig. Ein modernes Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) ist eine Grundvoraussetzung, um talentierten Nachwuchsspielern ein zeitgemäßes Ausbildungsangebot offerieren zu können. Auch im Wettbewerb um Talente nehmen moderne Infrastrukturen eine zentrale Bedeutung ein. Die heutige Infrastruktur des 1. FC Köln erfüllt nicht die Standards einer zeitgemäßen Nachwuchsausbildung und eines wettbewerbsfähigen Ausbildungsangebotes. Es besteht ein akuter Mangel an Trainingsplätzen für die Nachwuchsmannschaften, außerdem sind die Trainingsplätze im Winter aufgrund fehlender Rasenheizungen nur eingeschränkt nutzbar. Die bestehende Infrastruktur ist ebenso mangelhaft. Der Verein ist ein wichtiger Standortfaktor für die Sportstadt Köln! Wettbewerbsnachteile in der Infrastruktur dürfen die Etablierung in der Bundesliga nicht behindern.

 

alternative Standorte:

 

Der Standort für das Trainingszentrum des 1. FC Köln soll an einem Standort sämtliche Einrichtungen bündeln, um den Anforderungen eines modernen Trainingszentrums gerecht zu werden. Die Untersuchungen des 1. FC Köln haben gezeigt, dass hierfür am bestehenden Standort ein neues Leistungszentrum (auf einem bestehenden Kunstrasenplatz) und drei neue Trainingsplätze errichtet werden müssen. Andernfalls besteht die Notwendigkeit zur Komplettverlagerung des gesamten Standortes. Im Rahmen einer Standortalternativenprüfung wurden insgesamt neun Standorte innerhalb und zwei außerhalb des Kölner Stadtgebietes hinsichtlich ihrer Geeignetheit unter Anwendung planungsrechtlicher, funktionaler und qualitätswirksamer Kriterien detailliert geprüft. Im Ergebnis ist das Gelände um/am bestehenden RheinEnergieSportpark, Franz-Kremer-Allee in Köln-Sülz der am besten geeignete Standort. Eine Realisierung und auch Ergänzung der sportlichen Nutzung an dieser Stelle entspricht nicht zuletzt der ursprünglichen Planung für den Äußeren Grüngürtel der Stadt Köln sowie dem aktuellen Entwicklungskonzept "Grüngürtel: Impuls 2012", die diesen Abschnitt des Äußeren Grüngürtels als "Sportband" deklarieren.

 

Die übrigen untersuchten Standorte weisen starke Defizite bei einzelnen Kriterien auf. Insbesondere die funktionalen Kriterien und damit die lagebezogenen Aspekte einer nachhaltigen Raumentwicklung (u. a. ÖPNVAnbindung, Immissionsschutz, Nutzungsmöglichkeiten des Bestandes) können hier nur unzureichend erfüllt werden. Darüber hinaus werden die Standorte den Kernanforderungen des Nutzers nicht gerecht.

 

Klimaschutz & Verkehr:

 

Was an der konkreten Stelle an klimarelevanter Grünfläche verloren geht, gleicht der Nutzer auf eigene Kosten an anderer Stelle nach den gesetzlichen Vorgaben aus. Ökologisch bleibt die Bilanz also mindestens neutral oder verbessert sich sogar, je nachdem, wo und in welcher Form die Ausgleichsfläche realisiert wird.

 

Eine Umsetzung der Planung innerhalb des RheinEnergieSportparks führt nicht zu negativen Auswirkungen auf die verkehrlichen Belange, da mit der geplanten Erweiterung nur die für die Vereinsbelange erforderliche und zeitgemäße Vergrößerung der bestehenden Nutzflächen verbunden ist. Zusätzliche Verkehre sind damit nicht verbunden. Diese Planung begründet keine neuen Nutzungen und Einrichtungen am Standort, die zu einer qualitativen oder quantitativen Veränderung der heute bereits vorhandenen Nutzer- oder Nachfragestruktur führen würden. Die Überbelastung des Parkplatzes direkt am Geißbockheim und die damit verbundene Schädigung ausgewiesener Vegetationsflächen soll durch umfangreiche Maßnahmen (Parkplatzoptimierung und Renaturierung) behoben werden.

 

Im nachgeordneten Bebauungsplanverfahren wird ein Ausgleich für die Sportplätze sowie das Leistungszentrum gemäß einer Eingriffsbilanzierung erfolgen und anschließend umgesetzt. Nach derzeitigem Planungsstand müssen keine Bäume bei Planumsetzung gefällt werden. Aufgrund der geringen Gebäudehöhe sowie die in den nachgeordneten Verfahren zu vereinbarenden Verpflichtungen zur Gestaltung aller sportlichen Anlagen ist nur mit geringfügigen Auswirkung auf das Landschaftsbild zu rechnen.

 

Durch die Errichtung der Trainingsplätze werden ökologische Ausgleichsmaßnahmen erforderlich. Diese Ausgleichsmaßnahmen können in den dafür vorgesehen Bereichen des Grüngürtels erfolgen. Weiterhin werden soziale Ausgleichsmaßnahmen getroffen: Die Kleinspielfelder sollen für die Allgemeinheit zugänglich werden, der Kunstrasenplatz soll in Einzelfällen ebenso für die Allgemeinheit zugänglich sein.

 

Die entsprechenden Wege bleiben ebenso erhalten wie die freie Sicht auf den Wald, die Plätze werden deshalb Plänen bewusst transparent und einzeln eingezäunt. Für alle sonstigen Grüngürtelnutzer (Besucher, Jogger etc.) soll der RheinEnergieSportpark weiterhin frei zugänglich bleiben, so dass eine öffentliche Durchwegung gewährleistet ist.

 

 

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