Papst Franziskus ist kein #herzjesusozialist

May 30, 2016

Was ist da nur los? Der Spiegel sieht Papst Franziskus als Herz-Jesu-Sozialisten und Martin Rhonheimer bezeichnet in seinem Aufsatz in der F.A.Z. im Mai 2016 den Kurs von Papst Franziskus und der Katholischen Soziallehre als Sackgasse. Er unterstellt der Katholischen Soziallehre einen blinden Fleck in Bezug auf Kapitalismus, Marktwirtschaft, freies Unternehmertum, staatlich garantierte Rechtssicherheit und Eigentumsrechte. Beide Autoren liegen falsch! Papst Franziskus steht in der Tradition seiner Vorgänger. 

 

Die Katholische Soziallehre hat den Blick auf Kapitalismus, Marktwirtschaft, freies Unternehmertum, staatlich garantierte Rechtssicherheit und Eigentumsrechte.

 

Schon die erste Sozialenzyklika Rerum Novrum steht für einen Kurs der Aussöhnung von Marktwirtschaft und Gerechtigkeit. Am Beginn der Katholischen Soziallehre steht die Festlegung auf eine naturrechtlich-neoscholastische Richtung: Aus dem Wesen des Menschen wird auf eine würdige Form der Arbeit geschlossen. Die Kirche wendet sich gegen den Sozialismus, bekennt sich zu Privateigentum („das Recht und die Sicherheit des privaten Besitzes gewährleisten“) und Familie sowie einer Versöhnung der Klassen. Ebenso wie der Sozialismus wird der reine Kapitalismus abgelehnt und die Pflicht des Staates, das Gemeinwohl zu fördern, betont.

 

Der Kapitalismus war also nie der Weg der Katholischen Soziallehre. Das ist auch nicht weiter schlimm. Daher schließt Papst Franziskus auch hier nahtlos an die Verkündigung seiner Vorgänger an. In seiner ersten Sozialenzyklika Laudato Si werden ökologische und ökonomische Krise als eine zusammenhängende Krise des Wirtschaftssystems gesehen. Die Kritik gegenüber dem Kapitalismus und die Position des Konsumverzichts (der Industrieländer, denen eine größere Verantwortung gegeben wird, die Lasten von Umwelt- und Klimaschutz zu tragen) ähnelt der von Leonardo Boff. Die Kritik am Kapitalismus selber ist aber nicht neu, sondern gehört zum Wesen der Katholischen Soziallehre seit Rerum Novarum. Boff ist im Gegensatz zu Franziskus im Endeffekt ein Sozialist, der den Kapitalismus nicht für eingrenzbar hält. Franziskus positioniert sich nicht in dieser Weise, kritisiert aber sehr deutlich. Der Mensch wird auch in Laudato si‘ als Teil des Ökosystems – wie bereits schon von Papst Benedikt XVI. – gesehen, das durch den Kapitalismus zerstört wird.

 

Diese Abwehr gegenüber dem Kapitalismus und dem Ruf nach dem Staat hat aber sehr deutliche Grenzen! Schon am Anfang der Katholischen Soziallehre positionierte sich der Vordenker von Ketteler kritisch zum Staatszentralismus zu Lasten der Eigenständigkeit. Dies wird als Subsidiaritätsprinzip in der Enzyklika Quadragesimo anno so definiert, dass „dasjenige, das der Einzelmensch aus eigener Initiative und mit seinen eigenen Kräften leisten kann, ihm nicht entzogen und der Gesellschaftstätigkeit zu gewiesen werden darf“ (QA: 79; Ein Abkürzungsverzeichnis der Dokumente steht unten am Seitenende). Das Prinzip besagt, dass die kleinere organisatorische Einheit Vorrang vor den größeren Einheiten hat. Zunächst kommt die Pflicht zur Eigenverantwortung und erst dann die Solidaritätspflichten der Nächsten. Dies ist im historischen Kontext kollektivistischer Ideologien (Sozialismus, Nationalsozialismus, Faschismus) eine klare individualistische Positionierung. Gleichwohl: Zur vollen Entfaltung kommt dieses Prinzip erst unter der Voraussetzung von Gemeinwohl und Solidarität. Dieses Prinzip fordert die Befähigung zur Selbsthilfe. Das Subsidiaritätsprinzip hat – so schreibt Nothelle-Wildfeuer 2008 – einen zwei-seitigen Gehalt: 1. Selbstbestimmungsrecht und Eigenverantwortung, 2. Förderung und Hilfestellung. Beide Seiten stehen in Wechselwirkung und Spannung zueinander. Diese Spannung muss dabei durch Metaregeln der Kompetenz gelöst werden, wobei die Einheit den Vorzug erhält, die den personennahen Einheiten (z. B. Familie) am dienlichsten ist.

 

Rhonheimer liefert in seinem Beitrag eine Formel für Gemeinwohl: „Erfolgreiches Unternehmertum ist Dienst am Gemeinwohl – ohne Wenn und Aber“. Wenn es allen Unternehmen gut geht, geht es allen Menschen gut!? So liest sich die Position von Rhonheimer als Aufwärmung von Adam Smith. Die Ansicht von Adam Smith, dass durch die Lenkung der invisible hand, die Summe des Einzelwohls, dem Allgemeinwohl diene, hatte sich über mehrere Jahrhunderte gehalten, wurde den Anforderungen an ein Gemeinwohl aber nicht gerecht. In den Enzyliken der Katholischen Soziallehre hat das Gemeinwohl einen anderen Zungenschlag. Gemeinwohl steht in Interaktion mit den Individualinteressen der Person. Es ist auf umfassende Gerechtigkeit für alle ausgerichtet. Das Gemeinwohl soll daher für jedermann zugänglich sein. Aus dem Gemeinwohl-Prinzip in der Katholischen Soziallehre wird eine starke aber limitierte Stellung des Staates abgeleitet (schon seit Rerum Novarum). Was nun stark genug oder zu stark ist, kann freilich diskutiert werden. Ein „ohne Wenn und Aber“-Basta wird einem solchen Spannungsfeld aber nicht gerecht.

 

Die Perspektive ist zu klein. Die Herausforderungen sind global.

 

Der „Schutz des Privateigentums und die dadurch ermöglichte wirtschaftliche Freiheit sind auf allen Entwicklungsstufen Voraussetzung des Wohlstands, gerade in unterentwickelten Ländern aber entscheidend“. Damit hat Rhonheim Recht! Diese Aussage ist nur zu unterstützen, deshalb braucht es wirkliche Entwicklungs-Politik und keinen Neo-Kolonialimus, deshalb braucht es eine Kultur des Schutzes der Humanökologie. Mit dieser Aussage könnte er geistig an Papst Franziskus andocken.

 

Derzeit haben wir ein globales System / eine globale Wirtschaft, die tötet. Das globale System spaltet, grenzt aus, bevormundet, plündert, unterwirft und kolonialisiert. Gibt es technischen Fortschritt? Mehr Gesundheit? Mehr Bildung? Mehr Wohlstand? Weniger Hunger? Ja, aber deswegen ist doch noch längst nicht alles gut oder gar besser als zuvor; und darum geht es in vielen Beiträgen von Papst Franziskus. Die Diskussion, die Papst Franziskus führt, ist nicht klein-national, sondern global. Papst Franzikus liefert einen Beitrag, u.a. mit seiner Rede vor der UNO. Diese Rede ist sehr bemerkenswert, da sie nicht einseitig irgendeiner anonymen Wirtschaft die Schuld an Missständen gibt, sondern eine neue globale Politik und eine „Herrschaft des Rechts“ einfordert. Die Perspektive der Beiträge von Rhonheimer ist in dieser Debatte zu klein.

 

Der Mensch ist Teil des Ökosystems.

 

Ökologie und Umwelt klingt zunächst einmal so links-modern und lässt vermuten, dass Papst Franzikus mit diesen Akzenten ein neues Terrain betritt. Dem ist aber nicht so. Schwerpunkt seiner Enzyklika Laudato si‘ ist sicherlich der Umwelt- und Klimaschutz, was aber auch bereits in vorheriger Dokumenten der Katholischen Soziallehre zu finden ist (MM, LE, SRS, CA, CiV) und bereits als ganzheitliches Problem des Schutzes der Humanökologie (CA, CiV) benannt wird. In Laudato si‘ wird der Umwelt- und Klimaschutz als Aspekt globaler Gerechtigkeit und nachhaltiger Entwicklung in den Kontext der Weltwirtschaftsordnung gesetzt. Mensch, Umwelt und Gesellschaft (Wirtschaft) stehen in einem Gesamtzusammenhang und können nicht voneinander losgelöst werden.

 

Genau diesen Aspekt thematisiert Papst Franziskus vor der UNO: „Die ökologische Krise könnte zusammen mit der Zerstörung eines großen Teils der biologischen Vielfalt die Existenz der Spezies Mensch selbst in Gefahr bringen. Die unheilvollen Auswirkungen einer unverantwortlichen Zügellosigkeit der allein von Gewinn- und Machtstreben geleiteten Weltwirtschaft müssen ein Aufruf zu einer ernsten Reflexion über den Menschen sein: »Der Mensch ist nicht nur sich selbst machende Freiheit. Der Mensch macht sich nicht selbst. Er ist Geist und Wille, aber er ist auch Natur« (Benedikt XVI., Ansprache an den Deutschen Bundestag, 22. Sept. 2011; zitiert in Enzyklika Laudato si‘, 6). Die Natur wird geschädigt, »wo wir selbst die letzten Instanzen sind […] Der Verbrauch der Schöpfung setzt dort ein, wo wir keine Instanz mehr über uns haben, sondern nur noch uns selber wollen« (Ders., Ansprache an den Klerus der Diözese Bozen-Brixen, 6. August 2008; zitiert ebd.). Darum verlangen der Umweltschutz und der Kampf gegen die Ausschließung die Anerkennung eines Sittengesetzes, das in die menschliche Natur selbst eingeschrieben ist; dieses Gesetz schließt die natürliche Unterscheidung zwischen Mann und Frau ein (vgl. Enzyklika Laudato si‘ 155) sowie die uneingeschränkte Achtung vor dem Leben in allen seinen Stadien und Dimensionen (vgl. ebd., 123; 136).“

 

Der Ansatz von Papst Franziskus nimmt das Wesen des Menschen in den Blick und atmet damit den traditionellen naturrechtlich-neoscholastischen Geist. Dieser ganzheitlichen Ansatz hängt mit dem Menschenbild zusammen. Im christlichen Menschenbild ist der Mensch als Abbild Gottes geschaffen: „Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn“ (1. Mose 1,27). Der Begriff des Menschen als Person ist in der Katholischen Soziallehre zentral. Der Mensch ist „Träger Schöpfer und das Ziel aller gesellschaftlichen Einrichtungen“ (MM). Daher hat sich in der Katholischen Soziallehre die Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung an der Personalität des Menschen auszurichten. Dies ist auch ein zentraler Unterschied zum Sozialismus, der nicht den Menschen, sondern die Gesellschaft in den Mittelpunkt stellt. Und beim Kapitalismus ist es nicht die Gesellschaft, sondern der Markt. Aber bei beiden nie der Mensch. Und darin liegt das absolutistische, unmenschliche und tödliche von Sozialismus und Kapitalismus.

 

Gier tötet.

 

Bringen wir die Diskussion um Eigentumsrechte auf globale Ebene: Wem gehört die Welt? Eine zentrale Position der Katholischen Soziallehre ist die Universalität der Güter. Auch wenn Rerum Novarum feststellt, dass die Erde nicht jedem gleichermaßen gehört (wobei Rerum Novarum sich mit der Frage von Sozialismus gegenüber Eigentumsrechten auseinandersetzte), wird in den Dokumenten der Katholischen Soziallehre deutlich, dass der Mensch dazu berufen ist, die Erde zu nutzen (RN, MM, PP, LC). Jeder Mensch hat Anspruch auf eine (ausreichende) Nutzung der Erdgüter (P41, GS, JM, LC, SRS, CA, CiV, LS), was auch bedeutet, dass jeder Mensch Zugang zu diesen haben muss. Das Recht auf Nutzung der Erde wird jedoch dadurch beschränkt, dass die Erde nicht ausgeplündert werden darf (MM, LE, SRS, CA, CiV, LS). Bei der nachhaltigen Nutzung und dem Schutz der Erde sind vor allem die reichen Länder aufgerufen, die die Erde bereits intensiv genutzt haben (LE, LS).

 

Das bedeutet konkrete Konsumverzicht, Entschleunigung, kein Wachstum. Eben nicht immer höher, schneller, weiter (dem Grundprinzip des Kapitalismus). „Tatsächlich führt ein egoistisches und grenzenloses Streben nach Macht und materiellem Wohlstand dazu, sowohl die verfügbaren materiellen Ressourcen ungebührlich auszunutzen als auch die auszuschließen, die schwach und weniger tüchtig sind, sei es weil sie in anderen Befindlichkeiten leben (Menschen mit Behinderungen), sei es weil ihnen die geeigneten technischen Kenntnisse und Instrumente fehlen oder weil ihre politische Entscheidungsfähigkeit nicht ausreicht.“ Diese Gier wird (auf globaler Ebene) oftmals übergriffig und schadet den Schwachen.

 

Kolonialismus tötet.

 

Es ist keineswegs so, dass die Katholische Soziallehre immer nach mehr Staat und grenzenlose Umverteilung für die Armen schreit – also reines Gutmenschentum ist! Die Entwicklung der Menschheit wird in der Katholischen Soziallehre als gemeinsame Aufgabe aller Länder angesehen, d.h. die reichen Länder sollen die armen Länder unterstützen, sodass die grundlegenden Bedürfnisse gestillt werden und darüber hinaus die unterentwickelten Länder, z.B. durch Kapital, technische Unterstützung, Knowhow-Transfer, befähigt werden ihre weitere Entwicklung eigenständig voranzutreiben (W44, MM, PT, GS, PP, OA, JM, LC, SRS, CA, CiV, LS), wobei die unterentwickelten Länder auch ausdrücklich als Hauptverantwortliche für ihre Entwicklung benannt werden (MM, PT, PP, JM, CiV).

 

Aus dem Subsidiaritätsprinzip ergibt sich aber nicht nur die Eigenverantwortung, sondern auch die Selbstbestimmung. Das heißt, dass jedes Land das Recht auf eigene Kultur hat, die nicht durch wirtschaftlichen oder kulturellen Imperialismus bedroht werden soll (MM, GS, PP, JM, SRS). Vielmehr sollen die Entwicklungsländer wirklich gleichberechtigt am Weltmarkt und an der Aushandlung der Bedingungen des Welthandels teilhaben können. Dies ist aktuell nicht der Fall! Logisch Konsequenz wäre, dass der Welthandel sozial geordnet werden muss und nicht nur den reinen Marktkräften überlassen werden darf (GS, PP, JM, LC, SRS, CA, CiV, LS). Dies betont Franziskus auch vor der UNO: „Ohne die Anerkennung einiger unüberwindlicher natürlicher ethischer Grenzen und ohne ein unverzügliches Handeln im Sinne jener Grundpfeiler der ganzheitlichen menschlichen Entwicklung läuft das Ideal, »künftige Generationen vor der Geißel des Krieges zu bewahren« (Charta der Vereinten Nationen, Präambel) und »den sozialen Fortschritt und einen besseren Lebensstandard in größerer Freiheit zu fördern« (ebd.) Gefahr, sich in eine unerreichbare Illusion zu verwandeln oder – noch schlimmer – in leere Worte, die als Ausrede für jede Art von Übergriff und Korruption dienen oder dazu, eine ideologische Kolonialisierung zu fördern, indem man abnorme Lebensmodelle und -stile durchsetzt, die der Identität der Völker fremd und letztlich unverantwortlich sind.“ Das heißt z.B. konkret, dass erzwungene Handelsverträge oder Entwicklungsprogramme, die Länder zwingen, Abtreibungen zu legalisieren (um Frauen planbarer und schneller der Wirtschaft wieder als Arbeitskräfte zuzuführen), nichts anderes sind als Kolonialismus. So etwas ist eine schreiende Ungerechtigkeit! Das sind übrigens auch Inhalte, die jene welche den vermeintlich links-modernen Papst feiern mal etwas genauer betrachten sollten. Der Mensch ist Person. Deshalb braucht es eine globale soziale Ordnung, Achtsamkeit, Lebensschutz, Familienschutz, Freiheit, Eigenverantwortung, Hilfe zur Selbsthilfe... Wer sich nur einzelne Rosine rauspickt, feiert oder verdammt Papst Franziskus, hat die radikal-menschliche Tragweite der Katholischen Soziallehre aber nicht verstanden.

 

Die globalen Ungerechtigkeiten müssen thematisiert werden! Und da leisten Papst Franzikus und die katholische Soziallehre einen wichtigen Beitrag. Die Katholische Soziallehre hat also weder einen blinden Fleck, noch ist sie eine Sackgasse. Der Gastbeitrag von Martin Rhonheimer in der F.A.Z. gibt vielleicht einen wichtigen Impuls die gewinnbringenden Kräfte des Marktes stärker zu fokussieren, gleichzeitig sollte er aber nicht dazu dienen, den Blick abzuwenden von der dringend notwendigen Korrektur einer schreiend ungerechten globale Ordnung.

 

Gerade aus christlicher Sicht wäre es demnach angezeigt, für eine globale soziale Marktwirtschaft und faire Märkte einzustehen. Wer sie verteufelt, schadet den Armen.

 

Papst Franziskus: Der Herz-Jesu-Sozialist?

 

Ebenso im Mai 2016 titel der Spiegel: „Papst Franziskus als Kapitalismuskritiker: Der Herz-Jesu-Sozialist. Er kämpft gegen Hungerlöhne, Ausbeutung und Ungleichheit: Noch nie war ein Papst so links wie dieser. Ist er ein Revolutionär?“ Auch der Spiegel scheint von der ganzheitlichen Betrachtung Mensch, Umwelt, Gesellschaft überfordert, bzw. möchte sie eigentlich lieber ein sein bekanntes Raster links-modern einsortieren. Und auch der Spiegel liegt damit falsch.

Die Lehre der Kirche steht nach wie vor in einer geistigen Kontinuität, die auf dem offenbarten christlichen Menschenbild beruht. Papst Franziskus scheint jedoch anders zu sein als seine Vorgänger. Auf den polnischen Kämpfer wider dem Kommunismus Papst Johannes Paul II. folgte der konservative Intellektuelle Papst Benedikt der XVI., der schon als Präfekt der Glaubenskongregation gegen die marxistischen Ansätze der Befreiungstheologie vorging. Nun ist Bergoglio Papst Franziskus: Lateinamerikaner, Praktiker, verbunden mit Befreiungstheologen. Papst Franziskus wird vor allem von konservativer Seite angefeindet, die eine Abkehr vom Naturrechtsdenken der Vorgänger befürchten. Gibt es diesen unterstellten Bruch in der der kirchlichen Soziallehre von der Spitze weg? Bisher ist dies nicht festzustellen, alleine weil die Positionen in vielen Teilen an die bisherigen Dokumente der Katholischen Soziallehre anschließen. Die Themen, die Franziskius anspricht sind u.a. Achtung des Sittengesetzes, natürlicher Unterschied von Mann und Frau, Schutz des Lebens, ganzheitliche Entwicklung, Verurteilung von Krieg, der Mensch als Teil der Umwelt, Schutz der Umwelt, Menschenrechte... Auf den ersten Blick scheint dies nicht das Werk eines häretischen marxistischen Revolutionärs zu sein.

 

Dokumente der katholischen Soziallehre:

CA: Centesimus annus (Johannes Paul II. 1991)

CiV: Caritas in veritate (Benedikt XVI. 2009)

GS: Gaudium et spes (2. Vat. Konzil 1965)

JM: De justitia in mundo (Bischofssynode 1971)

LC: Libertatis conscientia (Glaubenskongregation, 1986)

LE: Laborem exercens (Johannes Paul II. 1981)

LN: Libertatis nuntius (Glaubenskongregation 1984)

LS: Laudato si‘ (Franziskus 2015)

MM: Mater et magistra (Johannes XXIII. 1961)

OA: Octogesima adveniens (Paul VI. 1971)

PP: Populorum progressio (Paul VI. 1967)

PT: Pacem in terris (Johannes XXIII. 1963)

P41: Pfingstbotschaft 1941 (Pius XII.)

QA: Quadragesimo anno (Pius XI. 1931)

RN: Rerum novarum (Leo XIII. 1891)

SRS: Sollicitudo rei socialis (Johannes Paul II. 1987)

W44: Weihnachtsbotschaft 1944 (Pius XII.)

 

Bild: Von Casa Rosada (Argentina Presidency of the Nation), CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=41540543

 

 

 

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